Pilgern auf dem Jakobsweg erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Laut Statistik des Pilgerbüros in Santiago de Compostela erhielten im vergangenen Jahr 530.987 Menschen ihre Compostela-Urkunde. Aber was passiert eigentlich mit dem Körper auf einer rund 800 Kilometer langen Pilgerreise – und kann eine solche Tour auf dem Jakobsweg tatsächlich gesund sein?
Mit Dr. Christoph Uhrlau, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, berichtet ein Mediziner aus erster Hand: Im vergangenen Jahr hat er selbst den spanischen Jakobsweg begangen. In seinem Vortrag verbindet er persönliche Eindrücke mit medizinischem Fachwissen und gibt einen anschaulichen Überblick über die körperlichen und mentalen Anforderungen einer mehrwöchigen Pilgerreise. Er zeigt auf, welche Belastungen beim Langstreckenwandern entstehen und welche vorbeugenden Maßnahmen helfen, Beschwerden und Verletzungen zu vermeiden – von gezieltem Training über eine durchdachte Etappenplanung bis hin zur richtigen Ausrüstung. Neben den medizinischen Aspekten beleuchtet der Vortrag auch die psychologischen und sozialen Effekte des Pilgerns. „Pilgern ist mehr als eine lange Wanderung. Es ist ein Erlebnis, das Körper, Geist und Seele beansprucht – und zugleich fördern kann“, so Dr. Uhrlau. Themen wie Stressreduktion, mentale Resilienz und das Erleben von Gemeinschaft zeigen, dass Pilgern nicht nur die körperliche Fitness stärkt, sondern auch positive Auswirkungen auf das seelische Wohlbefinden haben kann.
ORT: Kreiskrankenhaus Freiberg, großer Konferenzraum