Rund 15 Millionen Frauen in Deutschland sind von Harninkontinenz betroffen. Dennoch zögern viele aus Scham, ärztlichen Rat in Anspruch zu nehmen. Dabei ist eine frühzeitige Abklärung entscheidend: Ohne Behandlung können sich die Beschwerden verstärken – mit spürbaren Auswirkungen auf Alltag, Partnerschaft, seelisches Wohlbefinden und soziale Teilhabe.
„Harninkontinenz ist weder eine Frage des Alters noch ein Schicksal, das man einfach hinnehmen muss“, betont Dr. Katarzyna Drechsel, Fachärztin für Gynäkologie. „Je früher Frauen sich informieren und medizinische Unterstützung suchen, desto besser sind die Möglichkeiten, Beschwerden nachhaltig zu lindern und Lebensqualität zurückzugewinnen.“ Genau hier setzt der Beckenbodendialog an: Die Reihe wurde 2024 ins Leben gerufen, um Frauen umfassend über Beckenbodengesundheit zu informieren und einen Raum für den Austausch mit Expertinnen und Experten zu bieten. So vermittelt die Veranstaltung nicht nur fundierte medizinische Informationen, sondern auch konkrete Orientierung und praktische Unterstützung für betroffene Frauen.
In der Auftaktveranstaltung 2026 liegt der Fokus auf modernen Therapieoptionen bei weiblicher Harninkontinenz. Dr. Drechsel erklärt, wie die Behandlung individuell auf die jeweilige Form der Erkrankung abgestimmt wird – von Belastungs- bis hin zur Dranginkontinenz. Neben den klassischen konservativen Maßnahmen wie gezieltem Physiotherapie-Training, strukturiertem Beckenbodentraining oder unterstützender medikamentöser Therapie werden auch operative Verfahren erläutert. Nicht jede Inkontinenz erfordert einen Eingriff, doch sollte eine Operation notwendig werden, stehen moderne, schonende Methoden zur Verfügung – beispielsweise spannungsfreie Bandimplantate (TVT) zur Behandlung der Belastungsinkontinenz. Diese werden überwiegend minimalinvasiv durchgeführt, wodurch die Erholung schnel-ler verläuft und die Krankenhausaufenthalte kürzer sind.
Der Beckenbodendialog findet am Mittwoch, den 4. März 2026, 16:00 Uhr, im großen Konferenzsaal des Kreiskrankenhauses Freiberg statt. Die Veranstaltung richtet sich an alle interessierten Frauen – unabhängig vom Alter oder konkreten Beschwerden. Betroffene und interessierte Gäste sind herzlich eingeladen, ohne Anmeldung teilzunehmen. Der Zugang ist über das Nebengebäude (Eingang Augenarztpraxis) für alle Besucherinnen und Besucher barrierefrei möglich.