Aktuelle Meldungen

News aus unserem Haus

28.09.2021, Freiberg

Anlässlich des Weltherztages informiert das Kreiskrankenhaus Freiberg über das Vorhofflimmern und seine Folgen

Vorhofflimmern – die unterschätzte Gefahr: Das Risiko für Schlaganfall ist deutlich erhöht

Dr. med. Christian Borrmann, Facharzt der Klinik für Innere Medizin - Kardiologie

„Herz aus dem Takt“ ist das Motto des diesjährigen Weltherztages. Kardiologen sprechen von einer Herzrhythmusstörung, wenn das Herz zu langsam, zu schnell oder unregelmäßig schlägt. Das Vorhofflimmern zählt dabei zur häufigsten Herzrhythmusstörung. Unbehandelt drohen Blutgerinnsel, die lebenswichtige Blutgefäße verstopfen und im weiteren Verlauf schwerwiegende Folgen haben können.

Das Vorhofflimmern ist eine häufig unterschätzte Erkrankung, obwohl es die häufigste Herz-Rhythmusstörung ist. Mit zunehmenden Alter steigt die Wahrscheinlichkeit dafür. Außerdem gibt es Risikofaktoren, die das Auftreten begünstigen. Hierzu zählen beispielsweise Bluthochdruck oder eine Überfunktion der Schilddrüse. „Vorhofflimmern kann das Auftreten von Blutgerinnseln begünstigen.“ ergänzt Dr. med. Christian Borrmann, Facharzt für Innere Medizin am Kreiskrankenhaus Freiberg, der in diesem Jahr die Herzschrittmachersprechstunden am Freiberger Krankenhaus übernommen hat. Es drohen jedoch nicht nur Schlaganfälle, sondern auch das Risiko eines Darminfarkts ist erhöht. Genau wie bei einem Hirninfarkt, können Blutgerinnsel wichtige Blutgefäße im Magen-Darmbereich verschließen. Für Patienten ein in hohem Maß lebensbedrohender Umstand, der schnelle medizinische Hilfe erfordert. Symptomatisch kündigt sich der Darminfarkt durch Übelkeit und Bauchschmerzen an. Auch eine Gewichtsabnahme oder wiederkehrende Magengeschwüre können Hinweise auf diese Erkrankung sein, die unbehandelt tödlich verlaufen kann.

„Vorhofflimmern tritt häufig unbemerkt auf“, berichtet Dr. Borrmann. Es gibt jedoch Hinweise auf Vorhofflimmern, die jeder ganz einfach zu Hause erkennen kann: „Es hilft, wenn Patienten regelmäßig ihren Puls fühlen und bei Unregelmäßigkeiten ihren Hausarzt ansprechen.“ Der Hausarzt kann daraufhin ein Elektrokardiogramm (EKG) aufzeichnen und feststellen, ob das Herz tatsächlich aus dem Takt geraten ist. Wie Bluthochdruck, ist auch Vorhofflimmern behandelbar. Jeder Patient wird individuell medikamentös eingestellt. „Acetylsalicylsäure – kurz ASS – reicht jedoch nicht, um dauerhaft einer möglichen Thrombenbildung entgegenzuwirken“, betont Dr. Borrmann. „Außerdem ist es notwendig, dass Patienten dauerhaft die verschriebenen Medikamente einnehmen – und das mitunter lebenslang!“ Halten sich Patienten an ihren Medikationsplan, reduziert sich ihr Risiko für einen Schlaganfall um bis zu 70 Prozent.

Auch sogenannte Smartwatches, elektronische Armbanduhren, können helfen, Vorhofflimmern zu erkennen. Allerdings sind die Geräte noch recht störanfällig, sodass der Einsatz gut abzuwägen ist.

Der 29. September steht alljährlich im Fokus der Herzgesundheit: Auf Initiative der World Heart Federation (WHF), in der sich die Herzstiftungen und kardiologischen Fachgesellschaften von mehr als 100 Ländern zusammengeschlossen haben, wurde der Weltherztag ins Leben gerufen.

Kontakt

Dr. Ulrike Träger • Marketing/ Öffentlichkeitsarbeit
Donatsring 20 • 09599 Freiberg
Telefon 03731 77-2845 • E-Mail ulrike.traeger@vge-mittelsachsen.de