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17.07.2020, Freiberg

Wohnortnahe Betreuung jetzt auch für Pankreaspatienten

v. l.: Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Dr. med. Dirk Meisel und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I, Dr. med. Martin Walz

Am Krankenhaus Freiberg werden seit Juli dieses Jahres auch Operationen an der Bauchspeicheldrüse durchgeführt. Federführend unter Chefarzt Dr. Dirk Meisel erfolgten kürzlich bereits zwei solcher Eingriffe am Freiberger Krankenhaus. „Das Kreiskrankenhaus Freiberg ist als Schwerpunktversorger der Region durch seine hohe Fachdichte prädestiniert auch Pankreasoperationen anzubieten“, ergänzt Chefarzt Dr. Dirk Meisel, „und damit den oft betagten Patienten eine wohnortnahe Behandlungsalternative zu bieten.“

Operationen an der Bauchspeicheldrüse erfordern eine sehr enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen: Zunächst ist eine umfangreiche Diagnostik nötig, um die Ausbreitung der Erkrankung zu erfassen. Eine Operation ist nur sinnvoll, wenn noch keine Tochtergeschwüre vorliegen. Neben den Chirurgen und Gastroenterologen müssen Anästhesisten genauso eingebunden sein wie Intensivmediziner, Radiologen, Strahlentherapeuten und Onkologen. Vor einer Operation werden alle Fälle noch einmal in einer interdisziplinären Tumorkonferenz ausführlich besprochen. „Beim Pankreas-Karzinom handelt es sich um einen äußerst aggressiven Tumor“, fügt Dr. Martin Walz, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I und Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Pneumologie, Hämatoonkologie hinzu. „Daher sollte den Patienten nach der Operation auch eine stabilisierende Chemotherapie sowie eine psychologische Betreuung angeboten werden.“ Am Standort Freiberg sind all diese Möglichkeiten vorhanden, die dem Patienten sowohl eine umfassende diagnostische Voruntersuchung als auch eine entsprechende Nachsorgebetreuung nach der OP gewährleisten. In enger, interdisziplinärer Zusammenarbeit ermöglicht das Onkozentrum Freiberg die ambulante Behandlung und Nachsorge der Patienten.

Dr. Meisel blickt bereits auf eine zehnjährige Erfahrung mit Operationen an der Bauchspeicheldrüse am Diakonissenkrankenhaus in Dresden zurück. Er war dort maßgeblich an der Gründung des Pankreaskrebszentrums – damals eines der ersten von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Zentren in den neuen Bundesländern – beteiligt.

Pankreas-Karzinome stehen bei Frauen an sechster, bei Männern an zehnter Stelle der Krebserkrankungen. Das tückische: Die Erkrankung bleibt manchmal lange symptomlos. „Oft tritt als erstes eine Gelbsucht ohne weitere Symptome auf. Spätere Beschwerden können Gewichtsverlust, Verdauungsprobleme und Schmerzen sein.“, ergänzt Dr. Meisel. Mittels Sonografie gefolgt von Computertomografischen Aufnahmen erfolgt die Erstdiagnostik. „Bei bestätigtem Verdacht wird zusätzlich eine sogenannte Endosonografie durchgeführt. Durch diese Untersuchung können über eine Magenspiegelung hochauflösende Ultraschallbilder erzeugt werden, wodurch die örtliche Ausdehnung des Befundes genau eingeschätzt werden kann, insbesondere die Beziehung zu wichtigen Blutgefäßen.“

Aber nicht nur Krebsgeschwüre sind Gründe für Operationen an der Bauchspeicheldrüse. Neben Metastasen oder Vorstufen zu bösartigen Geschwüren können auch zystische Veränderungen der Bauchspeicheldrüse oder Entzündungen Gründe für einen operativen Eingriff sein. Betroffenen und Angehörigen bietet auch die Selbsthilfegruppe AdP e. V. – Arbeitskreis der Pankreatektomierten – eine Anlaufstelle.

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