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10.12.2019, Freiberg

Schirmchen gegen (wiederholten) Schlaganfall

Chefarzt Dr. Hagen Schrötter

Freiberg. 10. Dezember. Die Ursache passagerer Minderdurchblutungen im Hirn oder gar von Schlaganfällen bleibt heutzutage, trotz moderner Diagnoseverfahren, in bis zu einem Drittel der Fälle ungeklärt. Die Medizin spricht dann von „kryptonen Schlaganfällen“.

Zu den Ursachen gehören passagere Herzrhythmusstörungen mit einem erhöhten Risiko für Gerinnselbildung sowie Kurzschlussverbindungen im Herzen. So bestehen bei etwa einem Viertel aller Menschen Defekte in der Scheidewand zwischen linkem und rechtem Herzvorhof. Das sogenannte offene Foramen ovale (PFO) ist eine angeborene Fehlbildung, die bei den meisten zeitlebens unentdeckt bleibt und keine gesundheitlichen Auswirkungen bei den Betroffenen hat. Neueste Studien belegen allerdings, dass bei etwa einem Drittel der Patienten zwischen 16 und 60 Jahren, die einen Schlaganfall ohne erkennbare Ursachen erleiden, ein offenes Foramen ovale nachgewiesen werden kann. Es gilt daher als möglicher Auslöser eines Schlaganfalls.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) haben daher eine gemeinsame Leitlinie „Kryptogener Schlaganfall und offenes Foramen ovale“ erstellt. In dieser wird empfohlen, dass bei Patienten mit einem kryptogenen Schlaganfall und offenem Foramen ovale ein minimal-invasiver Verschluss der Vorhofscheidewand (ein sogenannter PFO-Verschluss) durchgeführt werden soll. Dabei soll ein Schirm (Occluder) das Loch verschließen und so das Risiko weiterer Schlaganfälle deutlich reduzieren. Das Schirmchen besteht aus zwei elastischen Scheiben meist aus Nitinol/Platinum, die mit einem Steg miteinander verbunden sind. Dieses Schirmchen mit einem maximalen Diameter von 40mm wird von den Kardiologen über die Leiste mittels Katheter zwischen den Vorhöfen aufgespannt und dichtet den Defekt in der Scheidewand dauerhaft ab. Nach dem Eingriff ist die Einnahme von Blutverdünnungsmedikamenten für wenige Monate notwendig.  

Im Kreiskrankenhaus Freiberg wurde nun erstmals ein solcher Eingriff durchgeführt. Nach der zirka 30-minütigen Operation konnte der Patient das Krankenhaus am Folgetag wieder verlassen. Die Experten der Klinik für Kardiologie etablieren damit sukzessive weitere kardiologische Behandlungen am Krankenhaus für ihre Patienten aus dem Landkreis Mittelsachsen.

Kontakt

Ansprechpartner
Dr. Hagen Schrötter
Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II
Telefon  03731 77-2478
kardiologie@kkh-freiberg.de

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