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16.09.2019, Freiberg

Im Notfall zählt jede Sekunde.

Prüfen, Rufen, Drücken – in drei Schritten Leben retten

Freiberg, 16. September. Schnell und ohne Vorwarnung kann es jeden überall treffen – Herzstillstand: Plötzlich wird man bewusstlos und die Atmung setzt aus. „Erste Hilfe in solch einer Gefahrensituation hat oberste Priorität, denn mit jeder Minute, in der das Herz still steht, sinken die Überlebenschancen des Notfallpatienten“, sagt Dr. med. Christoph Uhrlau, Chefarzt der Anästhesiologie und Intensivmedizin im Freiberger Kreiskrankenhaus. Aus diesem Grund beteiligt sich das Freiberger Krankenhaus an der jährlich stattfindenden „Woche der Wiederbelebung“.

Mindestens 50.000 Menschen in Deutschland bekommen jedes Jahr unerwartet einen Herzstillstand; 70 Prozent davon passieren zu Hause, wie Statistiken zeigen. Damit einhergehend fehlt natürlich auch die sofortige und lebenswichtige medizinische Erstversorgung. Dem Notfallpatienten bleiben in dieser Situation nur wenige Minuten nach Eintreten des Herz-Kreislauf-Stillstands. In genau dieser kurzen Zeitspanne kann jeder von uns helfen – und damit Leben retten. Leider machen Statistiken deutlich, dass in Notfallsituationen noch immer zu wenige Mitmenschen reagieren und erste Hilfe leisten: Bundesweit werden Notfallpatienten lediglich in circa 42 Prozent der Fälle eines plötzlich auftretenden Herzstillstandes mit einer Herzdruckmassage reanimiert.

Noch immer haben zu viele Menschen Scheu, sind möglicherweise blockiert durch den Schock, haben Angst, etwas falsch zu machen oder dem Notfallpatienten gar weh zu tun. „Das führt dazu, dass in vielen Fällen gar nichts passiert – und das ist das Schlimmste überhaupt. Denn schon nach drei bis fünf Minuten ohne Blutzufuhr setzt das Hirn aus und beginnt zu sterben. Ob bei der Reanimation beispielsweise eine Rippe verletzt wird oder nicht, ist im Notfall nebensächlich. Denn die Rippe heilt wieder“, so Dr. Uhrlau. Für den Notfallpatienten zählt jede Sekunde: Der Rettungsdienst trifft nach Absetzen des Notrufes durchschnittlich meist erst nach circa acht Minuten (oder länger) am Unfallort ein. Engagierte Ersthelfer sind in solchen Situationen deshalb lebensrettend, denn sofortiges Eingreifen entscheidet über mögliche (irreparable) Folgeschäden – oder im schlimmsten Fall über Leben und Tod.

Erste Hilfe ist im Prinzip auch gar nicht schwer: Nach der bewährten Formel „prüfen, rufen, drücken“ lassen sich in drei schnellen Schritten Leben retten: „Erst muss geprüft werden, ob die Person noch bei Bewusstsein ist und noch atmet. Ist das nicht der Fall, müssen Ersthelfer unverzüglich den Notruf (112) wählen und im Nachgang mit der Herz-DruckMassage beginnen, denn das ist und bleibt die wirksamste Methode bei einem Herzstillstand. Dabei ist wichtig, schnell und fest auf die Mitte des Brustkorbs zu drücken und das mindestens hundert Mal pro Minute. Es ist außerdem sehr wichtig, die Herz-DruckMassage so lange auszuführen, bis der Notarzt vor Ort eingetroffen ist und übernimmt.

Im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung“ gehen die Notfallexperten des Freiberger Krankenhauses in zwei Schulen in Freiberg und Halsbrücke. In Trainingseinheiten von 90 Minuten Dauer wird viel Wissenswertes rund um Animation vermittelt und das Reanimieren an Übungspuppen geübt. Am Dienstag, den 17. September, werden die Experten im Freiberger Scholl-Gymnasium zu Gast sein. Am Mittwoch wird es ein Notfalltraining in den beiden neunten Klassen der Oberschule Halsbrücke geben.

Kontakt

Susanne Herrmann
Marketing/ Öffentlichkeitsarbeit
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