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25.11.2019, Freiberg

Nur Nichtstun ist gefährlicher!

Freiberg, 25. November. Die Deutsche Herzstiftung hat ihre diesjährigen Herzwochen im November dem Motto „Bedrohliche Herzrhythmusstörungen: Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“ gewidmet

Vom plötzlichen Herztod (PHT) oder Sekundentod spricht man, wenn ein plötzlicher und unerwarteter Tod eintritt, der seine Ursache in einer Herzerkrankung hat. Mehr als 50.000 Menschen versterben jährlich in Deutschland außerhalb eines Krankenhauses an einem solchen plötzlichen Herztod. „Diese Zahl ließe sich deutlich reduzieren, wenn erste Warnsignale richtig gedeutet werden würden und wenn mehr Menschen im Falle eines Falles einem Betroffenen helfen. Denn nur Nichtstun ist noch gefährlicher. Bei einem drohenden plötzlichen Herztod zählt jede Minute, und die Zeit, bis der Notarzt eintrifft, sollte unbedingt genutzt werden“, erklärt der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II am Kreiskrankenhaus Freiberg, Dr. Hagen Schrötter. Der Experte erinnert an die Grundregeln, die viele bereits schon einmal im Rahmen von Erste-Hilfe-Kursen erlernt haben, die im Notfall dann aber allzu oft nicht angewendet werden. „Anwesende können nicht viel falsch machen, außer inaktiv zu bleiben. Denn die Überlebenschance einer betroffenen Person sinkt ohne Hilfe von Minute zu Minute.“ Der Experte weist auf drei wesentliche Verhaltensregeln hin:

  1. Prüfen, ob die betroffene Person tatsächlich bewusstlos ist. Erfolgt auf Ansprechen, Anfassen und Rütteln keine Reaktion, ist sofort die Atmung zu überprüfen. Hierzu den Kopf des Bewusstlosen nach hinten legen. Ist keine oder nur eine unregelmäßige Schnappatmung zu erkennen, liegt die Gefahr eines Herzstillstands nahe.
  2. Rufen Sie Hilfe: Unter der Telefonnummer 112.
  3. Sollte die Person immer noch nicht reagieren, muss umgehend mit einer Herzdruckmassage gestartet werden. Hierzu die bewusstlose Person auf den Rücken legen und sich seitlich daneben hinknien. Den Handballen der einen Hand mittig auf dem Brustkorb auf Höhe des Brustbeins platzieren und mit der zweiten Hand am ausgestreckten Arm den Handballen der ersten Hand in schnellem Takt (etwa 100 bis 120-mal pro Minute) tief nach unten drücken. Drücken und Entlasten, Drücken und Entlasten, das ist das Entscheidende. Die Herzdruckmassage muss nicht durch eine Beatmung unterbrochen werden. Sollte eine automatischer externer Defibrillator, gekennzeichnet durch einen grünen Blitz mit dem Zusatz „AED“ (hier Abbildung einfügen) vor Ort sein, sollte er jetzt aktiviert werden. Das Gerät leitet Sie nach dem Einschalten durch die verschiedenen Handlungen. Bereits jetzt, bevor Sie in eine derartige Situation der Lebensrettung geraten, kann man sich die Anwendung eines solchen AED auch im Internet (z.B. Youtube) anschauen.

Die Herzdruckmassage sollte so lange fortgesetzt werden, bis der Patient wieder zu Bewusstsein kommt oder ein Notarzt beziehungsweise ein Krankenwagen vor Ort ist, der ihn zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus bringt.
Häufig ist der ‚Plötzliche Herztod‘ gar nicht so plötzlich. Oft träten die Symptome sogar schon einige Wochen vorher auf. „Verschiedene Studien und auch unsere Erfahrung zeigen, dass etwa jeder zweite Patient vor dem ‚Plötzlichen Herzstillstand‘ bereits Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot, Herzrasen und Schwindel hatten, diese aber nicht als dringliche Warnsignale gedeutet haben“, erläutert Dr. Schötter. Wenn Betroffene an dieser Stelle achtsamer mit sich wären und die Symptome ernst nähmen, könnten viele Todesfälle verhindert werden. „Bei unerwarteten, deutlichen Beschwerden sollten Betroffene unbedingt den Hausarzt oder auch einen Kardiologen aufsuchen und die Symptome abklären lassen.“

Kontakt

Ansprechpartner
Dr. Hagen Schrötter
Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II
Telefon  03731 77-2478
kardiologie@kkh-freiberg.de

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Susanne Herrmann • Marketing/ Öffentlichkeitsarbeit
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