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24.03.2021, Freiberg

Warum Patienten auch in Coronazeiten nicht auf Darmkrebsvorsorge verzichten sollten

Darmkrebs: Minimalinvasive Chirurgie auf dem Vormarsch

Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebsart bei Männern und sogar die Zweithäufigste bei Frauen. Doch aus Angst, sich während des Arztbesuches mit Corona anzustecken, hat laut dem Verband der Privaten Krankenversicherung bereits jeder vierte chronisch Kranke in diesem Jahr schon mindestens einen Arzttermin abgesagt. Das beunruhigt auch Dr. med. Martin Walz, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I am Kreiskrankenhaus Freiberg: „Die Hygienestandards in deutschen Kliniken sind sehr hoch. Die Sorge, sich während eines Klinikaufenthaltes mit Corona zu infizieren ist unbegründet.“

Die Vorsorge-Koloskopie ist der Goldstandard

Im Darmkrebsmonat März appelliert er zusammen mit seinem Kollegen Dr. med. Dirk Meisel, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, die Krebsvorsorge daher nicht aus Angst vor Corona auf zu schieben oder gar gänzlich abzusagen. Doch auch Ängste vor der Vorsorgeuntersuchung an sich räumt der Mediziner aus: „Die Vorsorge-Koloskopie ist der Goldstandard im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung.“ Darmspiegelungen werden heutzutage sehr schonend am schlafenden Patienten durchgeführt. In den letzten zwanzig Jahren konnte eindrucksvoll bewiesen werden, dass mittels der Darmspiegelung viele Darmtumoren verhindert werden konnten. Wird bei der Koloskopie dennoch ein Karzinom festgestellt, folgen weitere klinische Untersuchungen, um den Tumor zu klassifizieren und seine räumliche Ausdehnung festzustellen.

2020 erstmals mehr minimalinvasive Eingriffe als herkömmliche Bauchschnitte

„Nur die komplette Entfernung des Tumors ermöglicht letztlich eine Heilung“, fügt Dr. med. Dirk Meisel hinzu. In der Regel wird der betroffene Darmabschnitt mit den dazu gehörigen Lymphknoten operativ entfernt. „Da eine Operation neben der seelischen Belastung, die eine ernste Erkrankung immer mit sich bringt, auch einen erheblichen Eingriff in die Körperlichkeit des Patienten darstellt, sind wir bestrebt, wann immer es sinnvoll und möglich ist, eine Operation minimalinvasiv durchzuführen.“ Am Kreiskrankenhaus Freiberg konnte die minimalinvasive Chirurgie seit 2019 deutlich ausgebaut werden. „Im vergangenen Jahr haben wir erstmals mehr Darmkrebsoperationen minimalinvasiv durchgeführt als über den herkömmlichen Bauchschnitt.“

Die Vorteile liegen auf der Hand: Nicht nur eine kürzere Operationsnarbe, die laparoskopische Medizin ermöglicht überdies auch eine rasche Erholung der Patienten, sodass die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus bei einem unkomplizierten Verlauf nur etwa zehn Tage beträgt. Diese rasche Rekonvaleszenz wird durch eine frühzeitige Mobilisation ermöglicht, die bereits am Operationstag beginnt, und einem sehr frühzeitigen Kostaufbau. Schon am Operationstag können die Patienten in der Regel Flüssigkeiten zu sich nehmen. Während des stationären Aufenthaltes wird das Operationspräparat pathologisch untersucht, um den Tumor noch genauer klassifizieren und gegebenenfalls eine Weiterbehandlung planen und einleiten zu können. Somit kann eine leitliniengerechte Behandlung auch im ambulanten Bereich für den Patienten gewährleistet werden.

Weil früher besser ist: Gehen Sie zur Darmkrebsvorsorge!

Beide Mediziner ermutigen daher die Leserinnen und Leser, zur Vorsorge-Koloskopie zu gehen. Dies sei der beste Weg, einen Darmtumor zu verhindern, bzw. frühzeitig zu behandeln. Gleichzeitig betonen beide Ärzte, dass das Kreiskrankenhaus Freiberg erstklassig aufgestellt ist, diese Erkrankung zu behandeln. „Wir freuen uns darüber, dass wir dies für die Bevölkerung in Freiberg und Mittelsachsen in diesem Ausmaß und in dieser Expertise anbieten können.“

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Dr. Ulrike Träger • Marketing/ Öffentlichkeitsarbeit
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