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22.07.2020, Freiberg

Kooperation von Grubenwehr und Notfallaufnahme des Kreiskrankenhauses Freiberg

Ausbau der medizinischen Sicherheit unter Tage

Das Trainingsteam bestehend aus Mitgliedern der Freiberger Grubenwehr, der Wismut, dem Leitungsteam der Freiberger Notaufnahme und der zuständigen Betriebsmedizinerin.

Silber-Boom in Freiberg: In 150 Meter „Teufe“ können Besucher seit kurzem wieder den Ursprung des sächsischen Erzbergbaus erkunden. Pünktlich zum Start der 4. Sächsischen Landesausstellung steht auch die Sicherheit der Besucher auf dem Plan. Hierzu kooperieren die Freiberger Grubenwehr und das Kreiskrankenhaus Freiberg nicht nur zur Sicherstellung eines reibungslosen Betriebs der Belüftungsanlage des Krankenhauses mit klimatisierter untertägiger Luft. Vielmehr haben die Beteiligten im Verlauf des letzten Jahres in enger Absprache mit dem Oberbergamt und der zuständigen Betriebsmedizinerin ein bisher einmaliges taktisches medizinisches Curriculum entwickelt. Auch erste Schulungen haben schon stattgefunden, sodass eine weitreichende und professionelle medizinische Versorgung auch unter Tage gewährleistet ist.

„Mit dem zunehmenden Forschungs- und Besucherbetrieb wird damit eine medizinische Versorgungslücke geschlossen“, ergänzt Dr. med. Andreas Fichtner, Ärztlicher Leiter für Notfall- und OP-Management am Kreiskrankenhaus Freiberg, „die insbesondere bei Unfällen und potenziell lebensbedrohlichen Erkrankungen bis zur Übernahme durch den Rettungsdienst über Tage besteht.“ Zusammen mit dem Leiter der Freiberger Grubenwehr Frank Reuter wurden eine aufwendige Ausrüstung und spezielle standardisierte Vorgehensweisen entwickelt, die in beengten Grubenbauen mit minimalem Gepäck ein maximales Einsatzspektrum ermöglichen sollen. „Von invasiver, umluftunabhängiger Beatmung, Wund- und Knochenbruchversorgung inklusive fortgeschrittener Blutstillungsmethoden, wärmeerhaltender Transportlagerung und Senkrechtrettung bis hin zur Wiederbelebung ist die medizinische Notversorgung auch in 150 Metern Tiefe gesichert.“

Das erste zweitägige Training eines fünfköpfigen Grubenwehrtrupps mit Teilnehmern der Freiberger Grubenwehr und der Wismut fand unter Verwendung von speziellen didaktischen Methoden, Simulatoren und Standardisierten Patienten auf der Reichen Zeche in 150 Metern Tiefe statt. Die Testresultate der praktischen Prüfungen sind vielversprechend und werden nach weiterer Datensammlung veröffentlicht. Ziel ist es, das Trainingscurriculum nach Evaluation standardisiert für die überregionale Ausbildung freizugeben.

Kontakt

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