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18.08.2021, Freiberg

Im Herzkatheterlabor des Freiberger Krankenhauses ist diese schonende Behandlungsmethode seit kurzem möglich

Abtragung arterieller Verkalkungen mittels Diamantfräse

Chefarzt Dr. Hagen Schrötter und Oberärztin Dr. Stefanie Katzke bereiten die Rotablation vor: Ein Katheter wird bis zum verschlossenen Herzkranzgefäß vorgeschoben. Den diamantbesetzten Bohrkopf (kleines Bild) gibt es in verschiedenen Größen.

Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen können zum Herzinfarkt führen. Der Kardiologe spricht von der sogenannten koronaren Herzkrankheit (kurz „KHK“): Dabei kommt es zunehmend zur Verkalkung der lebenswichtigen Herzkranzgefäße, die unser Herz mit Blut versorgen. Der 79-jährige Günter Würzner aus Brand-Erbisdorf ist der erste Patient, der im Kreiskrankenhaus Freiberg mit der besonders schonenden Bohrkopffräsung, der sogenannten Rotablation, behandelt wurde.

Das Herzkatheterlabor am Kreiskrankenhaus Freiberg bietet für komplexe Eingriffe an Herzkranzarterien eine technisch hochmoderne Ausstattung. Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen nun auch die Fräsung von Verhärtungen direkt in den Herzkranzgefäßen mittels der sogenannten Rotablation. Bei dieser Bohrkopffräsung werden verhärtete Ablagerungen durch einen rotierenden Diamantbohrer schonend abgetragen. Anhand der Fräse wird ein glatter Kanal vorbereitet, der im Anschluss mit Stents versorgt werden kann. Besonders für ältere oder vorerkrankte Patienten, bei denen eine Herz-Bypass-Operation mit Komplikationen verbunden wäre oder die eine solche ablehnen, ist die Rotablation eine schonende alternative Methode. Zum anderen kommt das Verfahren für Menschen mit solitären, hochgradigen Gefäßverkalkungen der Kranzarterien in Frage, deren Engstelle mittels reiner Ballonweitung nicht zu behandeln ist. 

So auch bei Günter Würzner: Der rüstige Senior folgte der Empfehlung seines Internisten und begab sich in die Obhut der Freiberger Kardiologen. Er kann das Freiberger Krankenhaus und auch das Herzkatheterlabor wärmstens empfehlen: „Ich habe mich von Anfang an sehr gut betreut gefühlt und auch während des Eingriffes war alles bestens.“ Günter Würzner, der bereits im Jahr 2002 einen ersten Stent erhalten hat, ist begeistert vom Fortschritt der Medizin. Er durfte nun der erste Patient sein, der am Freiberger Krankenhaus mittels dieses Verfahrens behandelt wurde – da störte es ihn auch nicht, dass etwas mehr Publikum anwesend war.

Aufbauend auf Erfahrungen mit dem Vorgängermodell, die die Freiberger Ärzte und Ärztinnen bereits während ihrer Tätigkeit im Herzzentrum Dresden gesammelt hatten, waren diese schnell mit dem ROTAPROTM Rotablator vertraut. Aus Sicht von Dr. Hagen Schrötter, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II – Kardiologie, verlief der erste Eingriff zur vollen Zufriedenheit: „Wir haben bei Herrn Würzner das RIVA-Herzgefäß, das die Vorderwand des Herzens mit Nährstoffen versorgt, rotabliert und anschließend mit einem Stent versorgt.“ Das Ergebnis war für alle Anwesenden deutlich zu sehen: Ein Herzkranzgefäß, durch welches wieder Blut fließt.

Der Terminkalender der Kardiologen ist schon gut gefüllt, sodass die neue Methode am Herzkatheterlabor Freiberg schon bald zum Routineprogramm gehören wird. Der Eingriff dauert etwa eine Stunde und die Patienten werden mit einer deutlich besseren Durchblutung des Herzens nach zwei Tagen wieder nach Hause entlassen.

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